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Das Parkhotel Bad Wörishofen - Südtirols nördlichster Punkt liegt im Allgäu.

  • Autorenbild: lux
    lux
  • 13. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
Das kühn davor gesetzte Eingangsportal gibt einen Vorgeschmack auf das moderne Innenleben des ehemals konservativen Kurhotels. Für die Architekten und Raumausstatter war das Projekt Herausforderung und kreative Spielwiese zugleich. Das Ergebnis darf hoch gelobt werden.
Das kühn davor gesetzte Eingangsportal gibt einen Vorgeschmack auf das moderne Innenleben des ehemals konservativen Kurhotels. Für die Architekten und Raumausstatter war das Projekt Herausforderung und kreative Spielwiese zugleich. Das Ergebnis darf hoch gelobt werden.

Dass München gerne als Italiens nördlichste Stadt bezeichnet wird, ist bekannt. Dass Südtirols nördlichster Punkt im Allgäu liegen soll, war uns dagegen neu. Betonung auf „war“. Denn nach einem Besuch im Parkhotel Bad Wörishofen können wir sagen: der Spirit von Südtirol ist in Schwaben angekommen.



Palmen im Allgäuer Kurgarten – klingt schon etwas merkwürdig. Doch mit genau so schrägen Ideen will das 4-Sterne-Superior Parkhotel in Bad Wörishofen provozieren und aus der Reihe fallen. In der Gastronomie ist die Kombination verschiedener Stile längst eine gängige Spielart. Auf den Speisekarten wird munter japanisch mit chinesisch kombiniert, indisch mit britisch oder asiatisch und peruanisch. Höchste Zeit, das auch mal in der Hotellerie auszuprobieren, dachte sich Luis Hillebrand, gebürtig aus dem Südtiroler Ultental. Dort, wo die Alpen langsam auslaufen, hat sich ein Ort etabliert, der Südtirol nicht kopiert, sondern übersetzt – und zwar erstaunlich konsequent. Im Traditionskurort Bad Wörishofen entdeckte er einen in die Jahre gekommenen Hotelkomplex, der zum Verkauf stand. Das Haus blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis ins 19. Jahrhundert und in die Ära von Sebastian Kneipp reicht, zuletzt trug es den Namen Hotel Kreuzer.




Dann kam Südtirol


Hotelier Hillebrand übernahm das Hotel und ließ es komplett neugestalten. Das einst morbide Kurgemäuer bekam eine südliche Frischzellenkur, die es in sich hatte. Luis gab dem Haus eine klare Handschrift: Südtiroler Lebensgefühl, straight und ohne Souvenirshop-Folklore, eingebettet in die Landschaft des Allgäus. Das Ergebnis ist ein Hotel, das bewusst mit Gegensätzen spielt – alpiner Hintergrund, mediterrane Anmutung, viel Raum und noch mehr Ruhe. Das Zentrum der Anlage ist der weitläufige Park, der sich in zwei Welten teilt. Auf der einen Seite rund hundert Palmen aus der Toskana, ein beheizter Infinity-Pool und ein Hauch von Süden. Auf der anderen Seite: Bergsee, Kräutergarten, Holzstrukturen und herzige Orientierungstafeln mit Hinweisen auf Südtirolerisch. Stilvoll arrangiert, keine gequälte Themenwelt. Die Innenarchitektur des Parkhotels setzt auf Reduktion statt Dekor. Holz, Stein und Filz dominieren die Räume, die Gestaltung bleibt klar und funktional. Hier geht es um Materialität und Herkunft. Man merkt, es ist kein Konzept von der Stange, sondern ein sehr persönliches Projekt mit Herzblut und Ideen. Kleine Details erfreuen, auf dem Weg vom Zimmer in den SPA steht in der Lobby ein Schnapstablett mit Hirschsalami mit Schüttelbrot nebendran. Gut gelaunt geht’s in die über 10.000 m² große Wellnesswelt mit Luis-Trenker-Duft, Pools, Saunen, Daybeds, Schaukeln und Zirbenlounges. Fürs süße Nichtstun ist alles vorbereitet.



Bauernspeck und Apfelsekt

 

Kulinarisch bleibt das Haus seiner klaren Linie treu. Beim Frühstücksbuffet beginnt der Tag mit Marmeladen, Salami, Almkäse, frischen Teekräutern und Kaffee – alles aus Südtirol. Sämtliche Weine, die Obstbrände und der Apfelsekt zur Begrüßung sind ebenso von dort wie die hausgemachten Krapfen nach dem Originalrezept von Luis' Mama. Viele Produkte stammen aus Südtirol, von Betrieben, die der Gastgeber persönlich kennt. Vom Frühstück über die Nachmittags-Jause bis zu traditionellen Gerichten beim Dinner mit toller Weinbegleitung. Authentizität liegt hier auf dem Teller. Auch die altholzvertäfelte Südtiroler Speckkammer mag man am liebsten gar nicht mehr verlassen – man fühlt sich wie eine schinkenhungrige Maus im Paradies!




Besonders urig finden wir das Kastaniengrillen auf dem alten, gusseisernen Holzherd im Hotelgarten. Inklusive Hund, dessen Lieblingsplatz sich direkt auf dem Schafsfell unter dem Ofen befindet. Mei, so lieb.



In der original Südtiroler Hütte kocht Küchenchef Mario gemeinsam mit Hoteldirektor Sasso dreimal pro Woche live für die Gäste auf. Kaiserschmarrn, frischen Spargel, Bärlauchpasta oder würzigen Graukäse. „I frog mi jeden Tag: Wos tat i selber gern essn? Und des moch i dann für insere Gäscht.“, freut sich Mario. Kürzlich besuchte er als Gastkoch in Südtirol seinen Kollegen und Sternekoch Luis Haller. Solche Trips bieten Inspiration, neue Ideen und den Austausch geheimer Rezepte und Anekdoten.




Das Publikum? Genießer mit Sinn für modernen Stil mit Tradition. Ruhesuchende, die Natur spüren möchten. Menschen, die den Luxus des Echten und Unaufgeregten schätzen inmitten eines geschichtsträchtigen Retro-Kurorts. Aktive, die morgens zur Radtour starten und abends im SPA entspannen. Golfspieler, die den 18-Loch-Golfplatz von Bad Wörishofen erkunden. Menschen, die ein paar Tage durchatmen wollen. Unter Palmen, mit Kaiserschmarrn und einem Glas Vernatsch in der Hand… ⚜️



Das Parkhotel

Bahnhofstr. 8 - 10 86825 Bad Wörishofen Deutschland



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